Anna Schürmer


ANNA SCHÜRMER


SA, 04. JUNI – 18:00 UHR
Botanischer Garten

Vortrag

POSTHUMANE SINFONIEN — Ohne Noise, keine Zukunftsmusik

Zum Beginn des 21. Jahrhunderts haben sich die Dirigenten umgedreht und ihrem aufgeputscht tanzenden Publikum zugewendet. Ihre Klänge kommen nicht mehr von Musikern, seit der Interpret — das menschliche Medium komponierter Musik — von der Bühne abgetreten ist und die Utopie des Klangvisionärs Edgard Varèse aus dem Jahr 1950 wahr wurde: „Zwischen Komponist und Hörer wird kein verzerrendes Prisma stehen.“ Aber gerade die post-humane Musikkultur der digitalen Ära stellt den Menschen — im somatischen Rausch und medienästhetischem Rauschen — wieder in den Mittelpunkt: Ohne Noise, keine Zukunftsmusik.

Anna Schürmer studierte Geschichte, Musikwissenschaften und Literatur in Berlin. Inspiriert von praktischen Erfahrungen im Musikjournalismus und -management, begann sie 2011 ihr Promotionsprojekt zum Thema Klingende Ereignisse. Skandal & Neue Musik. Gefördert durch ein DFG-Stipendium am Graduiertenkolleg „Transnationale Medienereignisse“ der Universität Gießen, wurde sie 2012 am Promotionsprogramm „ProArt“ der LMU-München und 2013 bei der ERC-Forschergruppe “The Principle of Disruption” assoziiert, wo sie seit 2014 auch als wissenschaftliche Mitarbeiterin beschäftigt ist. In ihrem neuen Projekt widmet sich Anna Schürmer unter dem Arbeitstitel Posthumane Sinfonien der elektronischen und digitalen Musik des 21. Jahrhunderts mit medienkulturwissenschaftlichem Blickwinkel. Parallel entstehen kontinuierlich journalistische Arbeiten für Funk- und Printmedien.

Skills

Posted on

10. Mai 2016